1-2-3 ein Pitch – Pitchklinik Teil 3 – Fehlersuche oder: Spreche hilft

(Foto: pitopia)

Der Ausdruck Pitch für eine Vorstellung, von dem, was man macht, ist ein bisschen in Verruf geraten in Deutschland. Liegt vielleicht auch daran,  dass dann gleich wieder jeder junge Start-up-Mensch auf einer Bühne in einen Karton gesperrt werden muss, um dort einen “Elevator-Pitch” vor hunderten von Leuten aufzuführen.

Muss ja nun wirklich nicht. Wer das, was er oder sie will, in ein paar Sätze kleiden kann, die andere verstehen und dabei einen guten Eindruck macht, der gewinnt auf jeden Fall, ob man das nun Pitch nennt oder “einen guten Eindruck machen”.

Leser Blake hat einen sehr nützlichen Kommentar zu meinem Blog

http://pitchperfekt.com/2011/05/15/1-2-3-ein-pitch-oder-die-pitch-klinik-1/

geschrieben.

Ihm fiel u.a. auf, dass die junge Eventmanagerin bei ihrem Pitch einen sympatischen Eindruck machte und dass der Pitch einen guten Aufbau hat. Er hat ihre Körpersprache bemerkt – einmal dreht sie z.B. den Kopf etwas weg.

Und er hat bemerkt, dass ihre Veranstaltung nicht ganz rüber kommt und sie etwas nervös wirkt.

Das bringt mich auf einen Punkt, der ganz wichtig ist, wenn man sich auf irgendeine Vorstellung vorbereitet.

Ich arbeite seit langen Jahren in Medien, vor allem im Radio und in den letzten Jahren mit Menschen, die in Hörfunk und Fernsehen sprechen.

Der Fehler, der vielen passiert, ist eigentlich ganz einfach: Sie bereiten alles ganz genau vor. Sie legen das, was sie vorbringen wollen, ganz präzise fest. In langen Sätzen mit vielen Einschüben. Wo alles, aber auch alles, ganz ganz wichtig ist.

Und das lesen sie dann vor.

Die junge Eventmanagerin macht das schon ganz gut: sie hat sich einen Text gemacht und den hat sie dann auswendig gelernt.

Hier ist übrigens ihr Text:

http://pitchperfekt.com/2011/05/27/52-sekunden-und-alles-gesagt-aber-wie-pitchklinik-teil-2/

Versuchen Sie mal, den folgenden Satz laut zu lesen:

„Sie planen eine Veranstaltung, haben aber keine Lust auf den       organisatorischen Aufwand und den damit verbundenen Stress – dann sind Sie bei mir genau richtig.”

Also mir geht es so: Mir geht dabei schlichtweg die Puste aus. Ich zumindest packe das nicht.

Machen sie das mal mit ewas, das Sie für eine Präsentation vorbereiten.

Sprechen Sie, also Sie persönlich im richtigen Leben so?

Also ich nicht.

Fernseh- und Radioleute haben für Texte, die sie sich für eine Präsentation zurechtmachen, den Ausdruck “Spreche”.  Damit ist gemeint, dass es etwas Schriftliches ist, das klingt, als sei es einem gerade eingefallen, gesprochen halt.

Und die richtigen Profis haben kein Manuskript, sondern nur Stichpunkte – damit sie Spreche sprechen.

Wie machen Sie es?

Tipps?