Arbeiten im Netz, Sichtbarkeit und sich Positionieren – Nachlese 2 zu Besser Online 2011 von DJV

Es kamen einige gute Kommentare zu meinem letzten Blog über Besser Online, die Veranstaltung des DJV am letzten Wochenende in Bonn http://rdn-online.de/besseronline/

Ulrike Langer http://medialdigital.de/ schreibt in ihrem Kommentar zu meinem Besser-Online 2011-Blog http://pitchperfekt.com/2011/09/18/djv-besser-online-2011-in-bonn-oder-geld-verdienen-im-netz-ein-hype/

einige sehr wichtige Dinge:

  • “Social Media Eigenmarketing ohne eine gute Themennische, gute Recherche, gute Schreibe und Zuverlässigkeit wird schnell als Schaumschlägerei entlarvt.”
  • “Aber Social Media kann enorm dabei helfen, diese Qualitäten mehr ins rechte Licht zu rücken. Mich hat Bloggen, Twittern und Facebooken jedenfalls sichtbarer gemacht. Es sind neue (darunter auch einige sehr gut zahlende) Auftraggeber auf mich zugekommen, auf die ich selbst nicht zugegangen wäre.”
  • “Und zur Frage: Wo ist da (schnelles) Geld zu machen: Bei mir hat es ungefähr ein Jahr gedauert, bis es nicht nur Spaß gemacht, sondern auch Geld eingebracht hat.”

Marcus Schwarze von der Rhein-Zeitung hat hier seine Position zur Veranstaltung unter dem Titel “Herzlich willkommen, liebe Journallisten! Wir nennen es Arbeit” veröffentlicht:
blog.rhein-zeitung.de/blog/2011/09/20/herzlich-wi…
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“Im harten Alltag eines Onliners dauert es mehr als die auf dem Kongress besprochenen fünf Minuten, online etwas zu reißen. ” Auch Richard Gutjahr fiele mal aus den Top 25, flattr.com-Button oder nicht, meint Schwarze.

Richtig. Der harte Boden der Praxis, gerade im Regionalen, sieht halt oft anders aus als von Berlin-Mitte aus betrachtet. Mir ist es übrigens schleicherhaft, warum viele Online-Redakteure scheinbar immer noch mit dem Vorurteil “die machen ja immer nur Copy + Paste” auch von Honoraren und Gehältern her niedriger gehalten werden als ihre Kollegen in anderen Ressorts.

Marcus Schwarze stellt die Frage ans geschätzte (Journalisten)-Publikum:

  • ““Feuerwehr-Großeinsatz: Riesiger Schaden nach Großbrand am Schlachthof” – Die Kollegen der Ruhr-Nachrichten berichten mit diverser Online-Technik über einen Brand. Was wäre “besser online” gewesen?”

Tja. Kann ich für mein Teil nur sagen: “It depends”.

Wenn mir etwas in Sachen Social Media und Kunden (also Leser, Klicker etc.) klar geworden ist, dann: Die da draußen wollen  genau und wenn´s geht, so schnell wie möglich wissen, was z.B. so ein Brand für sie für Auswirkungen hat.

Stichwort Brand – Müssen die Fenster geschlossen werden – wenn ja, in welchen Straßen? Gehen die Busse und Straßenbahnen da noch? Sind Straßen gesperrt, wenn ja, wo?

Ansonsten gibt es im Moment, wie immer, wenn wieder eine neue Kuh durchs Dorf getrieben wird, die Gurus, die scheinbar wissen, wo´s lang geht.

Ich halte es da lieber ganz ehrlich mit dem Hollywood-Weisen William Goldman, der sagte: “Nobody knows anything” – keiner weiß irgendwas http://en.wikipedia.org/wiki/Adventures_in_the_Screen_Trade

DJV Besser Online 2011 in Bonn oder Geld verdienen im Netz ein Hype?

Hoch oben überm Rhein tagten gestern Journalistinnen und Journalisten  in Bonn im Posttower: Besser Online, die Fachtagung des Deutschen Journalistenverbandes DJV, diesmal unter dem Titel “Was bleibt vom Hype? Journalismus”- Das genaue Programm hier: http://rdn-online.de/besseronline/.

Die Podien waren mit interessanten, kompetenten Persönlichkeiten besetzt, die Interessantes zu sagen hatten (mit einer Ausnahme, dazu später). Der Kaffee war gut, auch die kleinen Quiche Lorraines zum Mittagessen z.B. Interessante Gespräche dazu, darauf kommt es auch immer an bei so einer Veranstaltung.

Was mir allerdings sowohl im Eröffnungspodium “Geld verdienen im Netz” als auch im Workshop “Selbstvermarktung und Social Media” auffiel:  Ja, Journalisten möchten  gerne Geld verdienen mit Social Media. Jetzt sitzen sie da und lauschen auf das, was z.B. Christian Meier vom Branchendienst http://meedia.de  oder Ex Focus-Online-Chef Jochen Wegner von  http://mag10.my/ zum Thema zu sagen haben.

“Und wie kann ich damit Geld verdienen?”

“Ausprobieren. Ein Blog schreiben, twittern.”

Irritiertes Schweigen, das sich anhört wie “ja, um das zu hören, bin ich hier?”

Am Nachmittag ähnliches Bild.

Auf dem Podium sitzen renommierte Kolleginnen und Kollegen, die tatsächlich mit Social Media Geld verdienen:  Don Dahlmann – Journalist und Blog Irgendwas ist ja immer http://www.dondahlmann.de, Richard Gutjahr, freier Journalist beim Bayerischen Rundfunk und Bloger http://gutjahr.biz/blog/, Mobilphone-Bloggerin Heike Scholz http://www.mobile-zeitgeist.com/, Journalist und Blogger Christian Jakubetz (http://www.blog-cj.de/blog/) und Profilagentin Kixka Nebraska (http://www.profilagentin.com). Letztere berät KollegInnen u.a. dabei, ihr Alleinstellungsmerkmal oder USP zu finden.

Auf die Gretchenfrage mit dem Geld gab es wieder die Antwort: Tu es. Trete in Vorleistung. Wobei, wer ein bisschen schaut, wie Social Media funktioniert, merkt, dass es da eben nicht darum geht, sich mit einem imaginären Schild auf die Straße zu stellen und zu schreien “Extraausgabe!”, wie wir es als Journalisten (immer noch) gerne tun. Im Web 2.0 gibt es die kostenlosen Tipps, die Ratschäge im Newsletter, die kostenlos ins Netz gestellten Power Points auf  http://www.slideshare.net – und, wenn man die Keywords richtig gesetzt hat, ruft einen einer an mit einem Auftrag.

Richard Gutjahr ist sogar soweit in Vorleistung getreten, dass er auf eigene Kosten zum Apple Store nach Manhatten gepilgert ist, um über das Apple-I-Pad zu bloggen und nach Ägypten – hat sich gelohnt, scheinbar.

Davor war ich in einem Panel namens “Klicken Frauen anders?” Nach Erfahrungen im Vorjahr dann also ausschließlich Frauen auf dem Podium. Nachdem ich hier im Raum Washington eine Stromquelle für mein I-Phone ergattert hatte, lauschte ich dann vier Kolleginnen und einer Bloggerin der Mädchenmannschaft http://maedchenmannschaft.net/ und einer  Cheffinnen von http://diestandard.at/.

D.h. ich lauschte nicht diesen zweien, sondern durfte den Rant einer Berliner Kollegin mitverfolgen, die, unbelastet von der Moderatorin, sich lange darüber ausließ, wie schwer es Frauen in den Medien und online haben. Es war ein ständiges Kommen und Gehen in dieser Veranstaltung… allein, der Akku meines I-Phones zog nicht so schnell, das ich hätte fliehen können. Aber da galt halt auch für mich der alte Journalistenspruch: Wem´s in der Küche zu heiß ist, der soll rausgehen.

Übrigens, nochmal zur Frage: Wie verdiene ich Geld im Netz?

Ich meine, ein paar von den Links oben helfen  weiter, oder wie seht ihr das?