DJV Besser Online 2011 in Bonn oder Geld verdienen im Netz ein Hype?

Hoch oben überm Rhein tagten gestern Journalistinnen und Journalisten  in Bonn im Posttower: Besser Online, die Fachtagung des Deutschen Journalistenverbandes DJV, diesmal unter dem Titel “Was bleibt vom Hype? Journalismus”- Das genaue Programm hier: http://rdn-online.de/besseronline/.

Die Podien waren mit interessanten, kompetenten Persönlichkeiten besetzt, die Interessantes zu sagen hatten (mit einer Ausnahme, dazu später). Der Kaffee war gut, auch die kleinen Quiche Lorraines zum Mittagessen z.B. Interessante Gespräche dazu, darauf kommt es auch immer an bei so einer Veranstaltung.

Was mir allerdings sowohl im Eröffnungspodium “Geld verdienen im Netz” als auch im Workshop “Selbstvermarktung und Social Media” auffiel:  Ja, Journalisten möchten  gerne Geld verdienen mit Social Media. Jetzt sitzen sie da und lauschen auf das, was z.B. Christian Meier vom Branchendienst http://meedia.de  oder Ex Focus-Online-Chef Jochen Wegner von  http://mag10.my/ zum Thema zu sagen haben.

“Und wie kann ich damit Geld verdienen?”

“Ausprobieren. Ein Blog schreiben, twittern.”

Irritiertes Schweigen, das sich anhört wie “ja, um das zu hören, bin ich hier?”

Am Nachmittag ähnliches Bild.

Auf dem Podium sitzen renommierte Kolleginnen und Kollegen, die tatsächlich mit Social Media Geld verdienen:  Don Dahlmann – Journalist und Blog Irgendwas ist ja immer http://www.dondahlmann.de, Richard Gutjahr, freier Journalist beim Bayerischen Rundfunk und Bloger http://gutjahr.biz/blog/, Mobilphone-Bloggerin Heike Scholz http://www.mobile-zeitgeist.com/, Journalist und Blogger Christian Jakubetz (http://www.blog-cj.de/blog/) und Profilagentin Kixka Nebraska (http://www.profilagentin.com). Letztere berät KollegInnen u.a. dabei, ihr Alleinstellungsmerkmal oder USP zu finden.

Auf die Gretchenfrage mit dem Geld gab es wieder die Antwort: Tu es. Trete in Vorleistung. Wobei, wer ein bisschen schaut, wie Social Media funktioniert, merkt, dass es da eben nicht darum geht, sich mit einem imaginären Schild auf die Straße zu stellen und zu schreien “Extraausgabe!”, wie wir es als Journalisten (immer noch) gerne tun. Im Web 2.0 gibt es die kostenlosen Tipps, die Ratschäge im Newsletter, die kostenlos ins Netz gestellten Power Points auf  http://www.slideshare.net – und, wenn man die Keywords richtig gesetzt hat, ruft einen einer an mit einem Auftrag.

Richard Gutjahr ist sogar soweit in Vorleistung getreten, dass er auf eigene Kosten zum Apple Store nach Manhatten gepilgert ist, um über das Apple-I-Pad zu bloggen und nach Ägypten – hat sich gelohnt, scheinbar.

Davor war ich in einem Panel namens “Klicken Frauen anders?” Nach Erfahrungen im Vorjahr dann also ausschließlich Frauen auf dem Podium. Nachdem ich hier im Raum Washington eine Stromquelle für mein I-Phone ergattert hatte, lauschte ich dann vier Kolleginnen und einer Bloggerin der Mädchenmannschaft http://maedchenmannschaft.net/ und einer  Cheffinnen von http://diestandard.at/.

D.h. ich lauschte nicht diesen zweien, sondern durfte den Rant einer Berliner Kollegin mitverfolgen, die, unbelastet von der Moderatorin, sich lange darüber ausließ, wie schwer es Frauen in den Medien und online haben. Es war ein ständiges Kommen und Gehen in dieser Veranstaltung… allein, der Akku meines I-Phones zog nicht so schnell, das ich hätte fliehen können. Aber da galt halt auch für mich der alte Journalistenspruch: Wem´s in der Küche zu heiß ist, der soll rausgehen.

Übrigens, nochmal zur Frage: Wie verdiene ich Geld im Netz?

Ich meine, ein paar von den Links oben helfen  weiter, oder wie seht ihr das?