Es ist noch gar nicht so lange her, da saß ich bei einem Seminar an einem Tisch mit einer Professorin für katholische Theologie, die auch oft in christlich-islamischen Gremien sitzt.
Die katholischen Vertreter hatten einige Probleme, den islamischen Vertretern zu erklären, was für sie Katholizismus war. Die Vertreter des Islam hatten für ihren Glauben sehr klare Positionen.
In solchen Situationen kann man auch ganz schön alt aussehen. Prima, wenn man einen Pitch bereit hat, wenn man z.B. gefragt wird: „Was heißt eigentlich für Sie, konservativ sein?“
Ein Pitch, also eine Kurzpräsentation, kann bis zu einer Viertelstunde dauern. Aber die Zeit hat man ja selten. Also sollten in der Regel etwa drei Sätze reichen. Die Königsdisziplin dabei ist der sogenannte „High-Concept-Pitch“: Das bedeutet: Man kann etwas in einem Satz, manchmal sogar in einem Wort sagen und alle wissen Bescheid.
(Stephanie zu Guttenberg-Foto: yahoo.com)
Eine junge Konservative, die da einiges sehr gut hin bekommt, scheint Stephanie zu Guttenberg, die Gattin des Verteidigungsministers zu sein.
So stellt sie die Süddeutsche Zeitung in einem Profil vor:
„Stephanie zu Guttenberg, 33, ist eine politische Frau (was bei der Ururenkelin von Otto von Bismarck nicht verwundern mag), hat sich aber bislang wenig von der Hysterie um ihren Mann anstecken lassen… Jetzt hat sie ein Buch veröffentlicht (Schaut nicht weg), mit dem sie ihr Terrain absteckt: der Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern, ein Werk über die Symptome, über Prävention, über Heilung und auch eine Mahnschrift gegen gesellschaftliche Verrohung, die sich im Alltagsgebrauch von Pornographie zeigt. Lady Gaga, Heidi Klum – das sind falsche Vorbilder für junge Leute, schreibt sie in Bild, wo man die so Kritisierten sonst durchaus schätzt.“ Mehr dazu hier:
http://www.sueddeutsche.de/leben/stephanie-zu-guttenberg-mrs-tatendrang-1.1000744
Die SZ: “Eine “moderne Konservative” sei sie, sagt Frau zu Guttenberg, die Tradition schätze. Denn Tradition sei ja nicht, “die Asche zu bewahren, sondern das Feuer weiterzugeben”.“
Also hier nochmal der High Concept Pitch von Frau zu Guttenberg:
„Tradition ist nicht, die Asche zu bewahren, sondern das Feuer weiterzugeben.“
Kein Geschwafel, ein Satz mit gleich zwei Bildern, die man leicht ankern, sprich, sich behalten kann.
Merke: Die Sache mit der Tradition lässt sich genauso gut von Vertretern anderer politischer oder unpolitischer Lager benutzen. Wenn das nicht ein guter Pitch ist – oder was meinen Sie? Fallen Ihnen andere gute Kurzvorstellungen ein – her damit!
