Ich habe vor Kurzem ein kleines Webinar über den Fahrstuhl-Pitch gehalten – da man die Folien ohne Kommentar doch schlecht versteht, kommen jetzt hier sind in lockerer Reihe ein paar Tipps und Stories dazu.
Man liest immer, wenn es um Pitch, also um eine Kurzpräsentation, geht, dass man über sein Gegenüber informiert sein soll. Gut gesagt, klappt aber auch nicht immer. Manchmal ist man richtig erschlagen, wen man da plötzlich vor sich hat.
Es ist auf jeden Fall gut, wenn man weiß, was das eigene Alleinstellungsmerkmal, die Unique Selling Proposition (USP) ist.
Und das kann sein: „Ich bin klein, aber oho!“
Wie die Geschichte des Pitches von Ken Rotcop zeigt.
Ken Rotcop
Hier das Video dazu auf Youtube , wo Rotcob die Geschichte (auf Englisch) erzählt –
und noch sein neues Buch dazu verkauft
).
Rotcop war zu dem Zeitpunkt der Geschichte der Creative Director von Hanna Barbera.
Das ist das Haus, das Fred Feuerstein („Wilmaaa!“) und die Jetsons erfunden hat.
Ken Rotcob sollte eines Tages unerwartet den großen alten Kinderbuchautor E.B.White anrufen.
(Foto:famousdead.com)
Er sollte White davon überzeugen, nicht mit Walt Disney abzuschließen, um sein Kinderbuch „Charlotte´s Web“ („Wilbur und Charlotte“) verfilmen zu lassen.
Als Ken Rotcob bei White anrief, war der eigentlich schon entschlossen, mit Disney abzuschließen. Das war schließlich der Marktführer. Wie konnte Rotcob ihn zu Hanna Barbera zu holen?
Rotcob erzählt, er habe folgendes zu E.B. White gesagt: „Sie kennen ja “Disney´s Schneewittchen“ und Disney´s „Dumbo“. Bei Disney wird Ihr Werk immer „Disney´s „Charlotte´s Web“” sein, bei uns wird es „E.B. White´s Charlotte´s Web“ sein.“ White schloss mit Hanna-Barbera ab.
Rotcop hatte etwa eine 50/50-Chance, E.B. White zu überzeugen. Ein Pitch ist wirklich nur eine Kurzpräsentation und kein Vortrag. Er ist eine kleineVisitenkarte. Auch wenn man vielleicht am falschen Baum gebellt hat („kein Interesse“) – macht nichts – locker bleiben!
Natürlich kommt es darauf an, wie das Gegenüber tickt und was es gerade am Nötigsten hat. In folgenden Beispiel geht es „einfach“ um Geld.
(Foto: rightwingnuthouse.com)
Über 30 Jahre nach der berühmten Watergate-Affäre erklärte sich 2005 der ehemalige Vize des FBI, W. Mark Felt, zu einem großen Interview mit der amerikanischen Zeitschrift Vanity Fair bereit.
Der 91-jährige gab zu, dass er der mysteriöse „Deep Throat“ war, der die beiden Enthüllungs-Journalisten Woodward und Bernstein mit den entscheidenden Fakten über die Affäre versorgt hatte. Das führte u.a. später dazu, dass der amerikanische Präsident Nixon abtreten musste.
Der Grund? Felt fühlte sich verpflichtet, seinen Kindern und Enkeln ein bisschen Geld für ihre Ausbildung zu hinterlassen, bevor er starb. Für ihn war plötzlich Geld interessant.




