Oh je, es ist schon verdammt schwierig, sich gut auszudrücken, wenn man sich oder sein Projekt jemandem erklären will. Und da reichen oft auch keine drei und keine fünf Sätze. In letzter Zeit fallen mir aber gerade die knackigen kurzen Pitchings auf, die Kurzpräsentationen, die „High-Concept-Pitch“ genannt werden. Die sind zwar kurz, aber auch besonders schwierig. Aber sie lohnen sich: Denn sie kommen besonders schnell beim Gegenüber an, wenn sie gut gemacht sind.
Ich bin eine nicht mehr so regelmäßige, aber nichtsdestotrotz interessierte Investorin und halte mir die amerikanische Investment-Zeitung Fortune. Um es mal zu pitchen: Das ist die Brigitte/(Was wäre das Äquivalent für die Männer?) für Investoren: Interessante Artikel, Reportagen und kurz gefasste Tipps für Investoren. Ein paar Mal im Jahr erscheint die Zeitschrift mit Listen wie Fortune 500 oder der Ausgabe mit den 50 most powerful women.
In der Titelgeschichte dieser Ausgabe (Fortune, 25.10.10) geht es um die Medien-Königin Oprah Winfrey. Wie sie selbst sagte, wollte die Herrscherin über Talkshows, ein Magazin, einen Buchclub und verschiedene Medienunternehmen eigentlich in die „la-di-da-years“ entschwinden, so eine Art Vorruhestand.
Dann aber traf sie David Zaslav, den CEO von Discovery Communications. Im April 2007 kam er in ihr Büro in Chicago und hatte einen Vorschlag: „OWN: Das Oprah Winfrey Network“. Zaslav wollte ein Kabel-TV-Network zusammen mit Oprah aufbauen. Sein Pitch: „I don´t want your money, I want you.“
Winfrey ist nun zu 50 % Prozent an dem neuen Network beteiligt (Discovery investiert 100 Millionen Dollar). Die amerikanische Medien-Ikone hat aber tatsächlich keinen Pfennig ihres eigenen Kapitals in das neue Medienprojekt gesteckt. Was sie stattdessen tat, war viel wertvoller: Sie investierte ihre Zeit und ihre Marke, die Marke Oprah Winfrey.
Warum sie das getan hat? Der Pitch „ich will nicht Ihr Geld, ich will Sie“ ist kurz und gleichzeitig treffend – und sehr schmeichelhaft. Finde ich jedenfalls – was meint ihr?









